Plattfische: Arten, Lebensgewohnheiten, Charakteristika und Angelempfehlungen

Angler hält einen Plattfisch

Plattfische sind faszinierende Bewohner unserer Meere und bieten ein spannendes Angelerlebnis. Diese flachen, gut getarnten Raubfische sind nicht nur ein kulinarischer Genuss, sondern auch eine echte Herausforderung an der Angelrute. Lass uns einen genaueren Blick auf diese flachen Schönheiten werfen und uns überlegen, wie wir sie am besten angeln können.

Arten von Plattfischen

Es gibt verschiedene Arten von Plattfischen, die in unseren Gewässern vorkommen. Hier sind die bekanntesten:

Scholle: wenn es um Plattfische geht, ist die Scholle wohl der bekannteste Vertreter in unseren Gewässern. Mit ihren leuchtend orangefarbenen Punkten auf der glatten, olivbraunen Haut ist sie nicht nur leicht zu erkennen, sondern auch ein echter Hingucker. Aber es steckt noch viel mehr hinter dieser flachen Schönheit.

Die Scholle liebt die Küstennähe und fühlt sich in der Nordsee und im Nordatlantik besonders wohl. Tagsüber liegt sie flach auf dem Meeresboden, perfekt getarnt zwischen Sand und Schlamm. Ihre Fähigkeit, sich farblich dem Untergrund anzupassen, macht sie nahezu unsichtbar für Feinde und Beute. Doch sobald die Dämmerung hereinbricht, wird sie aktiv und geht auf Beutezug.

Schollen sind wahre Feinschmecker und ihre Speisekarte ist vielfältig. Sie schnappen sich alles, was der Meeresgrund zu bieten hat: Würmer, kleine Krebse, Muscheln und manchmal auch kleine Fische. Mit ihrem asymmetrischen Körper und den beiden Augen, die auf einer Seite sitzen, haben sie immer ein Auge auf ihre Beute und das andere auf mögliche Gefahren.

Flunder: Dieser Bodenbewohner mag vielleicht nicht die auffälligste Erscheinung haben, aber ihre Anpassungsfähigkeit und Vielseitigkeit machen sie zu einem faszinierenden Fisch. Mit ihrer rauen, oft mit kleinen Knötchen besetzten Haut und den variablen Farben – von sandfarben bis zu gräulichen oder braunen Tönen – ist die Flunder ein Meister der Tarnung.

Die Flunder verbringt den Großteil ihres Lebens am oder im Meeresboden eingegraben, wo sie auf kleine vorbeischwimmende Fische, Krebse oder Würmer lauert. Ihre beiden auf der Oberseite positionierten Augen ermöglichen es ihr, trotz ihrer flachen Lage alles im Blick zu behalten. Das macht sie zu einem effektiven Jäger, der geduldig auf seine Chance wartet.

Heilbutt: wenn es um Plattfische geht, steht der Heilbutt ganz oben auf der Liste der großen Raubfische. Dieser Meeresgigant, der problemlos mehrere hundert Kilo auf die Waage bringen kann, ist nicht nur ein beeindruckender Anblick, sondern auch eine echte Herausforderung für jeden Angler.

Dieser Räuber ist ein Meisterjäger. Seine bevorzugte Beute sind Fische wie Heringe, Makrelen und sogar kleinere Artgenossen, die er blitzschnell mit seinem kräftigen Kiefer packt. Heilbutte sind nicht nur stark, sondern auch extrem geschickt, was das Fangen von Beute angeht.

Steinbutt: einer der elegantesten und begehrtesten Plattfische, die unsere Meere zu bieten haben. Der Steinbutt mag vielleicht nicht der größte Plattfisch sein, aber er ist definitiv einer der faszinierendsten und leckersten!

Der Steinbutt fällt sofort durch seine einzigartige Erscheinung auf. Seine Haut ist mit kleinen, knubbeligen Höckern übersät, die ihm ein fast steinernes Aussehen verleihen – daher auch sein Name. Farblich passt er sich perfekt seinem Untergrund an, was ihn zu einem wahren Meister der Tarnung macht. Ob sandig oder steinig, der Steinbutt bleibt fast unsichtbar, bis er blitzartig zuschlägt.

Dieser Plattfisch liebt es, sich auf dem Meeresboden einzugraben und dort auf Beute zu lauern. Mit seinen beiden auf der Oberseite platzierten Augen hat er dabei alles im Blick. Steinbutte ernähren sich hauptsächlich von Fischen und Krebstieren, die sie mit ihrem kräftigen, zahnbewehrten Maul packen und verspeisen.

Plattfische: Lebensgewohnheiten

Plattfische sind Meister der Tarnung. Sie leben meist auf sandigem oder schlammigem Grund, wo sie sich mit ihrer flachen Körperform perfekt tarnen können. Hier einige ihrer Lebensgewohnheiten:

  • Tarnung: Plattfische passen ihre Hautfarbe und -muster an den Untergrund an, um sich vor Fressfeinden zu schützen und ihre Beute zu überlisten.
  • Bewegung: Plattfische bewegen sich meist langsam über den Meeresgrund. Bei Gefahr oder beim Jagen schnellen sie blitzartig vorwärts.
  • Ernährung: Sie ernähren sich von Würmern, Krebstieren, kleinen Fischen und anderen Bodentieren. Dabei nutzen sie ihren flachen Körper, um sich an ihre Beute anzuschleichen.

Plattfische: Charakteristika

Plattfische haben einige besondere Merkmale, die sie von anderen Fischarten unterscheiden:

  • Asymmetrischer Körper: Ihre Augen wandern während der Entwicklung auf eine Körperseite, sodass sie auf einer Seite flach auf dem Boden liegen können.
  • Flache Körperform: Diese hilft ihnen, sich am Meeresboden zu verstecken und zu jagen.
  • Starke Kiefer: Mit kräftigen Kiefern und scharfen Zähnen sind sie bestens ausgestattet, um ihre Beute zu ergreifen und zu zerbeißen.

Angelempfehlungen nach Fischart

Beim Angeln auf Scholle kommt es auf die richtige Technik an. Brandungsangeln ist besonders effektiv. Du wirfst deinen Köder weit ins Meer und lässt ihn einfach am Grund liegen. Schollen sind neugierig und wenn du den Köder ab und zu leicht bewegst, wird sie aufmerksam und schnappt zu. Wattwürmer, Seeringelwürmer oder kleine Fischfetzen sind dabei die besten Köder, um die Scholle aus der Reserve zu locken.

Und wenn du dann endlich eine Scholle am Haken hast, ist der Spaß garantiert. Sie sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern bieten auch einen tollen Kampf an der Leine. Ihre Kraft und ihre Versuche, sich flach auf den Boden zu drücken, machen das Drillen zu einem echten Erlebnis.

Was das Angeln auf Flunder angeht, so bietet sie eine spannende Herausforderung. Diese cleveren Fische wissen, wie man sich unsichtbar macht, und es braucht ein wenig Geschick und die richtige Ausrüstung, um sie zu überlisten. Leichtes Gerät und feinfühlige Montagen sind gefragt, um die vorsichtigen Bisse der Flunder zu spüren. Naturköder wie kleine Würmer oder Muschelstücke, direkt am Meeresboden präsentiert, sind besonders verlockend für sie.

Einmal angebissen, gibt die Flunder ein gutes Bild ab. Sie kämpft hart und nutzt jede Chance, um sich wieder in den Sand zu graben. Der Drill kann also durchaus spannend werden, und wenn du sie schließlich an Land ziehst, ist das nicht nur ein Triumph, sondern auch der Beginn eines leckeren Abendessens, denn Flundern sind für ihren feinen, milden Geschmack bekannt.

Wenn du dich auf die Jagd nach Heilbutt machst, brauchst du starke Nerven und die richtige Ausrüstung. Schweres Gerät ist hier ein Muss, denn wenn ein Heilbutt anbeißt, beginnt ein epischer Kampf. Diese Fische sind bekannt für ihre Kraft und Ausdauer. Der Drill kann lange dauern und fordert sowohl deine Ausrüstung als auch deine Fähigkeiten bis aufs Äußerste. Aber genau das macht den Reiz aus: Der Moment, in dem du den Heilbutt endlich an der Oberfläche siehst, ist einfach unvergesslich.

Heilbutt sind auch kulinarisch ein absoluter Hit. Ihr festes, weißes Fleisch ist unglaublich lecker und vielseitig in der Küche einsetzbar. Egal ob gegrillt, gebraten oder gedünstet – ein selbst gefangener Heilbutt ist immer ein Highlight.

Beim Angeln auf Steinbutt brauchst du ein bisschen Geduld und das richtige Gespür für den Moment. Leichte Brandungs- oder Pilkruten eignen sich gut, und als Köder funktionieren Fischfetzen oder kleine Köderfische am besten. Der Biss eines Steinbutts ist oft subtil, und es erfordert ein feines Gespür, den richtigen Moment für den Anschlag zu erwischen. Aber wenn er erst einmal am Haken ist, beginnt ein spannender Kampf. Steinbutte sind bekannt für ihre kraftvollen Fluchten und ihr unermüdliches Strampeln am Haken.

Der Lohn für deine Mühen ist nicht nur ein beeindruckender Fang, sondern auch ein kulinarisches Highlight. Steinbutt zählt zu den delikatesten Speisefischen und wird in der gehobenen Küche sehr geschätzt. Sein festes, weißes Fleisch ist unglaublich zart und hat einen feinen, fast nussigen Geschmack. Ob gegrillt, gebraten oder gedünstet – ein Steinbuttgericht ist immer ein Genuss.

Du siehst: Plattfische sind echte Allrounder und bieten eine unglaubliche Vielfalt an Herausforderungen und Belohnungen. Ob du nun auf die farbenfrohe Scholle, die vielseitige Flunder, den gigantischen Heilbutt oder den eleganten Steinbutt aus bist – jede Art hat ihren eigenen Reiz und erfordert spezifische Techniken und Köder.

Das Angeln auf Plattfische ist nicht nur eine Frage der Technik, sondern auch der Geduld und des Verständnisses für diese faszinierenden Fische. Mit den richtigen Tipps und ein wenig Übung wirst du sicherlich unvergessliche Angelerlebnisse haben und am Ende vielleicht sogar ein kulinarisches Highlight genießen können.

Foto: Paul Einerhand

 


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