Mindestmaße & Schonzeiten für die wichtigsten Fischarten in Nordsee, Ostsee und Nordmeer

Mindestmaße für Fische. Das Foto zeigt eine Anzeigetafel auf englisch mit den Mindestmaßen für bestimmte Fischarten

Fischereibestimmungen, inklusive Mindestmaße, unterliegen stetigen Änderungen. Wir haben einmal für Euch die Mindestmaße für die wichtigsten Fischarten in Nord- und Ostsee und dem Nordmeer zusammengetragen (Stand: Januar 2025). Bevor Du Dich in Dein Fischereiabenteuer stürzt, solltest Du jedoch immer die aktuellen regionalen Bestimmungen und Vorgaben nachlesen.

Mindestmaße

Dorsch: Mindestmaß 35 cm (Binnengewässer), 35 cm Nordsee (Küstengewässer), 38 cm Ostsee (Küstengewässer), Nordmeer: 55 cm (nördlich von 62°, Höhe Alesund), 40 cm (südlich von 62°, Höhe Alesund)

Schonzeit Ost- und Nordsee: 15.01. – 31.03.

Einschränkungen: Die Freizeitfischerei auf Dorsch ist in der westlichen Ostsee für das Jahr 2025 verboten. Falls Dorsch als Beifang an die Angel gehen sollte, ist er unverzüglich schonend zurückzusetzen.

Flunder: 25 cm (Ostsee, aufgehoben bis 31.12.2026 in den Küstengewässern), 20 cm (Nordmeer)

Schonzeit Ost- und Nordsee: 01.02. – 30.04. für weibliche Tiere (derzeit aufgehoben für die Ostseeküste)

Glattbutt: 30 cm (Küstengewässer, Nordmeer)

Schonzeit Ost- und Nordsee: 01.06. – 31.07. (2025 aufgehoben für die Ostseeküste)

Hecht: 45 cm (Binnengewässer), 50 cm (Küstengewässer)

Schonzeit Ost- und Nordsee: 01.03. – 30.04. (Küstengewässer), 01.03. – 30.04. (Binnengewässer)

Hering: 25 cm (nördlich von 62°), 20 cm (südlich von 62°), 11 cm (Ostsee, aufgehoben bis 31.12.2026 in den Küstengewässern)

Lachs: 60 cm (Binnengewässer), 60 cm (Küstengewässer)

Schonzeit Ost- und Nordsee: 01.10. – 28.02. (Binnengewässer), 01.10. – 31.12. (Küstengewässer; ausgenommen silbrige Fische mit losen Schuppen)

Makrele: Mindestmaß 30 cm (Nordsee, Nordmeer)

Schellfisch in der Nordsee: 30 cm (Küstengewässer)

Steinbutt: Mindestmaß 30 cm

Schonzeit: 01.06. – 31.07. 

 

Weitere Mindestmaße für das Nordmeer:

Blauer Heilbutt: 45 cm

Scholle: 27 cm (nördlich von 62°, Höhe Alesund), 25 cm (südlich von 62°, Höhe Alesund)

Heilbutt: mindestens 84 cm und maximal 200 cm

Dornhai: 70 cm

Steinbutt: 30 cm

Garnele (Pandalus borealis): 6 cm (nördlich von 62°, Höhe Alesund ), 6.5 cm (südlich von 62°, Höhe Alesund)

Krabben: 13 cm

Seezunge: 24 cm

Rotbarsch: 32cm (innerhalb von 12 Seemeilen der Basislinien), 30 cm (außerhalb von 12 Seemeilen der Basislinien) 

*Die Basislinie ist die Niedrigwasserlinie entlang der Küste.

Seelachs: 45 cm (nördlich von 62°), 40 cm (südlich von 62°)

Eine detaillierte Liste mit allen relevanten Fischarten und den Spezifizierungen nach Binnengewässer und Küstengewässer bietet der Landessportfischerverband Schleswig-Holstein. Die norwegischen Mindestmaße liegen aktuell leider nur in norwegisch vor, daher haben wir hier die Maße der wichtigsten Fische mit aufgeführt. 

Wozu gibt es überhaupt Mindestmaße und Schonzeiten?

Mindestmaße 

Mindestmaße in der Fischerei sind festgelegte Größenvorschriften, die besagen, dass Fische unter einer bestimmten Länge nicht behalten, sondern zurück ins Wasser gesetzt werden müssen. Diese Regelungen sind wesentlich für den Schutz der Fischbestände und dienen mehreren Zielen innerhalb des Managements der Fischerei und des Schutzes von Ökosystemen:

1. Schutz junger Fische:

- Reproduktion: Durch das Festlegen von Mindestmaßen wird sichergestellt, dass Fische sich mindestens einmal in ihrem Leben fortpflanzen können, bevor sie potenziell gefangen werden. Dies ist entscheidend, um die Erneuerung der Population zu ermöglichen.

2. Nachhaltige Fischerei:

- Bestandserhaltung: Mindestmaße sind darauf ausgelegt, die Langzeitstabilität der Fischbestände zu fördern und Überfischung zu verhindern.

- Wirtschaftlicher Wert: Größere Fische können zudem oft einen höheren wirtschaftlichen Wert haben (sei es durch Direktverkauf oder als Touristenattraktion im Sportfischereisektor), was zur wirtschaftlichen Stabilität der Fischereigemeinschaften beitragen kann.

3. Gesunde Populationen:

- Genetische Vielfalt: Die Möglichkeit zur Fortpflanzung vor einer möglichen Befischung fördert auch die genetische Vielfalt innerhalb der Population, was wichtig für die Anpassungsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit gegenüber Umweltveränderungen ist.

- Populationstruktur: Mindestmaße unterstützen den Erhalt einer ausgewogenen Alters- und Geschlechtsstruktur innerhalb einer Population, was wiederum Einfluss auf deren Gesundheit und Stabilität hat.

4. Ökosystemschutz:

- Nahrungsnetze: Gesunde Fischbestände sind essentiell für die Erhaltung ausgewogener Nahrungsnetze und spielen oft Schlüsselrollen in ihren jeweiligen Ökosystemen.

- Habitatschutz: Indem der Druck auf bestimmte Altersklassen oder Habitate reduziert wird, tragen Mindestmaße auch zum Schutz dieser Bereiche bei.

5. Rechtliche und Internationale Aspekte:

- Rechtliche Vorgaben: Viele Länder und Regionen haben gesetzliche Vorgaben, die darauf abzielen, die lokale sowie globale Fischerei nachhaltig zu gestalten.

- Internationale Zusammenarbeit: In Gewässern, die von mehreren Nationen genutzt werden (wie z.B. der Nord- und Ostsee), sind Mindestmaße oft Teil von internationalen Abkommen, um die Fischbestände gemeinsam zu schützen und zu managen.

Mindestmaße sind also ein essenzieller Bestandteil des Fischereimanagements und tragen dazu bei, dass Fischerei auf eine nachhaltige, umweltverträgliche und sozioökonomisch sinnvolle Weise betrieben werden kann.

 Schonzeiten

Schonzeiten sind Zeiträume, in denen bestimmte Fischarten nicht gefangen werden dürfen. Diese Regelungen sind ein wesentliches Instrument im Fischereimanagement und dienen dem Schutz der Fischbestände. Hier sind einige Gründe, warum Schonzeiten für Fische in der Nord- und Ostsee (und auch in anderen Gewässern weltweit) festgelegt werden:

1. Fortpflanzungsschutz:

- Laichzeiten: Viele Schonzeiten korrespondieren mit den Laichzeiten der Fische. Während dieser Zeiten sind die Fische besonders anfällig für Fischerei, weil sie sich in größeren, leichter zu fangenden Gruppen sammeln und oft auch in flacheres Wasser ziehen.

- Nachwuchs: Schonzeiten schützen auch den frisch geschlüpften Nachwuchs und sorgen dafür, dass junge Fische die Gelegenheit bekommen, zu wachsen und sich zu entwickeln, bevor sie einer möglichen Befischung ausgesetzt sind.

2. Bestandserholung:

- Populationsdynamik: In Zeiten, in denen bestimmte Fischpopulationen zurückgehen, können Schonzeiten dazu beitragen, dass sich die Bestände erholen und stabilisieren.

- Biodiversität: Die Erhaltung verschiedener Altersklassen innerhalb einer Population sowie der Erhalt verschiedener Arten fördert die Biodiversität und trägt zur Gesundheit des Ökosystems bei.

3. Nachhaltigkeit:

- Zukünftige Fischerei: Die Schonung der Fischbestände während kritischer Lebensphasen trägt dazu bei, dass Bestände nachhaltig genutzt werden können, was langfristig sowohl der Umwelt als auch den Fischereigemeinschaften zugutekommt.

- Ökosystem: Ein gesundes Meeresökosystem ist abhängig von robusten Fischbeständen. Die Schonzeiten tragen dazu bei, das Gleichgewicht des Ökosystems zu bewahren.

4. Wissenschaftliche Forschung:

- Datenqualität: Die Ruhepausen, die durch Schonzeiten gewährt werden, ermöglichen es Wissenschaftlern auch, genauere Daten über Fischpopulationen und ihre Gesundheit zu sammeln, ohne dass diese durch Fischereiaktivitäten beeinträchtigt werden.

5. Sozioökonomische Aspekte:

- Ertrag: Indem sie zur Erhaltung und zum Wachstum der Fischbestände beitragen, können Schonzeiten mittel- bis langfristig dazu beitragen, den Ertrag der Fischerei zu sichern oder zu erhöhen.

- Gerechtigkeit: Schonzeiten tragen auch dazu bei, eine gerechte Verteilung der Ressourcen unter den verschiedenen Nutzergruppen zu gewährleisten.

Schonzeiten sind also eine proaktive Maßnahme, um sicherzustellen, dass Fischbestände und die dazugehörigen Ökosysteme gesund und produktiv bleiben. Sie sind ein essenzieller Bestandteil des modernen Fischereimanagements und tragen dazu bei, die Fischerei nachhaltiger zu gestalten.

Foto: John Lucas


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